ÄNGie e.V.

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Pressemitteilung: Kritik der niedergelassenen Haus- und Fachärzte an Schließung von Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes

Gießen. Die Kassenärztliche Vereinigung schließt die Notdienstpraxen in Lollar, Linden und Grünberg ab dem 1. Januar 2017

Der Zusammenschluss niedergelassener Haus- und Fachärzte aus Stadt und Landkreis Gießen, ÄNGie e. V., bedauert die Schließung der drei Standorte des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Lollar, Linden und Grünberg überaus. Der Vorstand des Vereins äußert sich kritisch darüber, dass mit dieser Maßnahme der KV die bestehenden Strukturen des ÄBD Mittelhessen, die in der Vergangenheit gut funktioniert hätten, weiter zerstört würden.

ÄNGie sieht die flächendeckende medizinische Versorgung der Patienten durch die Schließung der Standorte gefährdet. Der oftmals immobilen älteren Bevölkerung im ländlichen Raum ist es kaum zuzumuten, die langen Anfahrtswege von bis zu 20 Kilometern zu den beiden übriggebliebenen Standorten in Gießen und Lich auf sich zu nehmen.

Es steht zu erwarten, dass die Patienten nun in erheblicher Anzahl in die bequemer erreichbaren und bekannten Krankenhausambulanzen ausweichen. Diese sind allerdings bereits jetzt überlastet – oftmals gerade deshalb, weil Patienten die Krankenhäuser mit Bagatellverletzungen und ‑beschwerden aufsuchen, die besser beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder in den regulären Sprechstunden eines Hausarztes aufgehoben wären.

Ferner befürchtet der Verein, dass gerade ältere Patienten im Notfall möglicherweise gar keine medizinische Versorgung mehr in Anspruch nehmen – weil sie mit der einheitlichen Notrufnummer 116 117 nicht zurechtkommen und den Weg ins Krankenhaus scheuen.

Die KV verspricht sich von der Neuregelung allerdings eine Verbesserung der Patientenversorgung: Die Bereitschaftsdienst-Präsenzzeiten am Klinikum in Lich würden deutlich ausgebaut – und dort könne im Bedarfsfall die klinische Infrastruktur unmittelbar genutzt werden. Daneben sorge der flächendeckende Hausbesuchsdienst für die Patienten, die keine ÄBD-Zentrale aufsuchen könnten.

Offenbar wird das bewährte System als eine unerwünschte Luxuslösung verstanden. Dr. Günter Haas, Vorstandsmitglied der KV Hessen, wird in einem Bericht des Gießener Anzeiger vom 28. Oktober 2016 sogar mit den Worten zitiert, man habe den Eindruck „als würde eine Allianz aus Politik, Obleuten und niedergelassenen Ärzten unbedingt an einem etablierten System festhalten wollen, von dem offensichtlich der eine oder andere profitiert zu haben scheint“.

Wie die weitere Planung der KV für den ÄBD aussieht, muss abgewartet werden.

Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin – Runder Tisch

ÄNGie e.V. engagiert sich im Bereich der Ausbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin, um einen Beitrag zur optimierten ärztlichen Weiterbildung in der Region Gießen zu leisten. Damit möchten wir auch zur Steigerung der Attraktivität des Arztberufes beitragen und dem Hausärztemangel im ländlichen Bereich durch die Förderung des Nachwuchses aktiv entgegenwirken. Aus diesem Grunde fanden bereits mehrere Arbeitskreistreffen mit Vertretern der Krankenhäuser aus der Region und Vertretern unseres Netzes statt, um Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung, Abstimmung und Kooperation im Bereich der Weiterbildung angehender Allgemeinmediziner zu diskutieren. Wir halten Sie über unseren Newsletter auf dem Laufenden!

Medizinische Versorgung von Flüchtlingen: So können wir gemeinsam helfen

Der Landkreis Gießen hat mit Unterstützung des ÄNGie e. V. eine Informationsbroschüre zum Thema der Medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in unserer Region herausgegeben. Diese finden Sie hier zum Download.

Weitere Informationen des ÄNGie e. V. zum Thema Medizinische Versorgung von Flüchtlingen finden Sie hier.

Um mit uns in Kontakt zu bleiben und aktuelle Informationen zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen zu erhalten, empfehlen wir Ihnen die kostenlose MEDICNEO-App.

Flüchtlinge in Stadt und Landkreis Gießen: Wie können wir helfen

Die gesundheitliche Versorgung der zunehmenden Anzahl von Flüchtlingen in unserer Region stellt eine Herausforderung für alle beteiligten Akteure dar. Unser Netz setzt sich dafür ein, diese gemeinschaftlich zu schultern und im engen Austausch mit anderen Akteuren nach Lösungswegen zur Sicherstellung und Verbesserung der Versorgungssituation der Flüchtlinge zu suchen.

Zu diesem Zweck unterstützt der ÄNGie e. V. ein Projekt des Landkreises Gießen, das verständliche und zielgerichtete Informationen für Flüchtlinge und Medizinisches Fachpersonal vermitteln möchte.

Neben der Notwendigkeit eines verbesserten Informationsangebotes für Betroffene existiert vor allem auch unmittelbarer praktischer Handlungsbedarf. Die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sucht dringen Ärztinnen und Ärzte, die sich im Bereich der Erstuntersuchung von Asylbewerbern engagieren bzw. sich in den Kommunen um die medizinische Weiterbetreuung der Flüchtlinge kümmern. Ein entsprechendes Rundschreiben der KV Hessen zu diesem Thema finden Sie hier.

EHV-BESCHEID: Jetzt Widerspruch einlegen

Aufgrund der weiterhin streitigen und unklaren Rechtslage insbesondere hinsichtlich der Höhe der zu entrichtenden Beiträge ist dringend anzuraten, gegen jeden ergehenden Bescheid der KV Hessen zur EHV-Beitragsbemessung innerhalb eines Monats nach postalischer Zustellung schriftlich Widerspruch einzulegen und auf die geführten Musterverfahren zu verweisen.

Sodann sollte das Ruhen des Verfahrens beantragt werden, um bei einer möglichen späteren höchstrichterlichen Feststellung der Rechtswidrigkeit dieser und möglicher anderer Regelungen einen Anspruch auf Rückerstattung der überzahlten Beiträge zu erhalten.

Dieses Vorgehen ist insbesondere in Fällen der vollständig neu aufgenommenen oder nur eingeschränkt oder anteilig ausgeübten vertragsärztlichen Tätigkeit bzw. der Beschäftigung von angestellten Ärzten anzuraten, sodass auf jeden Fall eine weitergehende juristische Prüfung der Einstufung zur Beitragsklasse erfolgt.

Die EHV-Widerspruchsfrist des letzten Bescheides läuft am Mittwoch, den 27.07.2016, aus!

Wir danken Rechtanwältin Frau Köppler, Frankfurt, für den Hinweis an Hessenmed e.V.

Weitere Informationen zum Hintergrund, zur rechtlichen Situation und einen Musterwiderspruch finden Sie hier.

NEU: Die ÄNGie-Job Börse

Informieren Sie sich über aktuelle medizinische Stellenangebote aus der Region oder geben Sie ganz einfach und bequem Ihre eigene Stellenanzeige auf. Das Angebot ist für Sie kostenlos!

Umfrage zu angebotenen Leistungen der Netz-Praxen

Die Geschäftsstelle erhebt Laufend im Auftrag des Runden Tischs der Haus- und Fachärzte  welche Leistungen (IGEL, Prävention/Vorsorge, Tauglichkeitsuntersuchungen, Belegbetten, etc.) von den Mitgliedspraxen angeboten werden. Das Formular zur Fax-Abfrage können Sie hier herunterladen und uns ausgefüllt per E-Mail (info[at]aengie.net) oder Fax (0641-96979994) zusenden.

Schauen Sie sich hier das Video zu unserer Gründungsveranstaltung an.